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Florian Freistetter, Claudia Frick • News, Science, Nature

Episode Summary

Und: Warum lassen wir die jungen Menschen nicht mitbestimmen? DK163 - Kinder und Jugendliche in der Klimakrise Und: Warum lassen wir die jungen Menschen nicht mitbestimmen? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 163 geht es um Kinder und Jugendliche. Sie sind die, die in Zukunft am meisten unter der Klimakrise zu leiden haben. Aber in der Forschung dazu kommen sie kaum vor. Was wir über das Wissen der jungen Menschen, ihre Ängste und Vorstellungen herausgefunden haben, diskutieren wir in der neuen Folge von “Das Klima”. Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter. Jugendliche und die Klimakrise Wir wollen heute wissen, was die Wissenschaft über Klimakrise und junge Menschen tatsächlich sagen kann und wo die großen Lücken liegen.Aber: Was meinen wir überhaupt, wenn wir Kinder und Jugendliche sagen? Je nach Studie fallen die Definitionen unterschiedlich aus. Aber prinzipiell sind Kinder zwischen 0 bis 17 Jahre alt und Jugendliche 10 bis 24 Jahre. Die Zahlen machen deutlich, dass es um enorme Gruppen geht: Kinder sind rund 30 Prozent der Weltbevölkerung, Jugendliche etwa 25 Prozent. Das ist keine kleine Randgruppe, sondern ein großer Teil der Menschheit, der in der Klimakrise gleichzeitig besonders verletzlich ist und zugleich ständig mit Erwartungen überhäuft wird. Kinder gelten meist als vulnerable Gruppe, die geschützt werden muss. Erwachsene, also wir, gelten als Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, an die Politik adressiert wird. Jugendliche hängen oft dazwischen. Genau deshalb schauen wir uns heute zwei Forschungsarbeiten aus 2025 an, die beide zeigen, dass Jugendliche sowohl politisch als auch wissenschaftlich unterrepräsentiert sind. Als erstes nehmen wir eine Studie (Inclusion of children and youth in the IPCC Assessment Reports (AR1-AR6)), die ganz nüchtern zählt und einordnet: Wie oft kommen Kinder und Jugendliche eigentlich in den IPCC-Sachstandsberichten vor und in welchem Zusammenhang werden sie erwähnt? Die Autorinnen und Autoren schauen auf die Berichte 1 bis 6 und zeigen, dass in den frühen Sachstandsberichten praktisch kaum etwas zu finden ist. Erst ab Bericht 5 wird es sichtbarer, und im sechsten Bericht gibt es einen deutlichen Sprung. Dabei fällt besonders auf, dass Jugendliche bis einschließlich AR5 fast unsichtbar bleiben und erst in AR6 spürbar häufiger auftauchen. Wir sprechen nicht nur über die Anzahl, sondern vor allem über das Framing. Ein erheblicher Teil der Erwähnungen passiert in Aufzählungen, in denen Kinder und Jugendliche zusammen mit anderen Gruppen genannt werden, etwa wenn von vulnerablen Gruppen die Rede ist. Das heißt: Sie kommen vor, sind aber oft nicht der Fokus. Wenn sie stärker im Mittelpunkt stehen, dominieren bei Kindern die Risiken, während bei Jugendlichen häufiger die Reaktionen und die Art, wie sie mit der Klimakrise umgehen, beschrieben werden. Bei den Risiken sieht man eine klare Trennung: Bei Kindern geht es stark um körperliche Gesundheit, Ernährung, Sterblichkeit, Wasserversorgung und Hygiene. Bei Jugendlichen tauchen häufiger psychische Gesundheit, Belastung und Migration als Risiko-Kontexte auf. Bei den Reaktionen wird es noch deutlicher: Kinder werden vor allem über Verletzlichkeit und Ungleichheit geframed, Jugendliche sehr stark über Partizipation und Aktivismus. Das klingt einerseits nach Anerkennung, kippt aber schnell in ein Ungleichgewicht: Jugendlichen wird Verantwortung zugeschoben, während ihnen echte Mitbestimmung häufi
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